NICHTS ALS OPFER !

… da hatten wir gedacht, es ist geschafft und plötzlich stellt sich raus, dass sich – bis heute – doch wieder mal einige schadlos gehalten haben … vom „Wellenreiter“ zu reden wäre dabei zu freundlich …

Er ist ein Vogel ohne Flügel, ein falscher Komödiant,
ein Scharlatan in leuchtendem Gewand.
Er geht auf goldenen Fluren, und mächtig sein Gebot,
ein Lächeln, wenn die wüste Menge tobt.

Sein Herz ist Niemandsland. Doch bleibt er, unerkannt,
auf jedem nationalen Stand.
Ob Hitler / Honecker, er war schon immer da,
immer wieder neu und austauschbar.

So erschlug er seine Götter,
unter´m Himmel von Berlin.
Die Macht macht ihm Verstand, floh mit durch jene Wand,
die aus Ruinen auferstand. Zeichnung: Ralf
Er funktioniert diskret, nie zu früh und nie zu spät,
keine Invasion, die ihm entgeht.

In Deutschland nichts als Opfer, keiner war dabei!
Jede Menge Schulterklopfer, die wäscht man wieder rein!

Er ist ein Schauspieler im Nebel, ein Killer am Trapez,
und unter ihm hängt stets das sichere Netz.
Er genießt die kurzen Leiden, den kurzen freien Fall,
und wieder hat er einen neuen Plan.

So erschafft er seine Götter,
unter´m Himmel von Berlin.

Die Zuflucht ist erreicht, alte Fahnen ausgebleicht,
kaum ein Lachen das dem seinen gleicht.
Es lebt sich wieder gut und er schöpft stummen Mut,
denn nur wache Hunde riechen Blut.

2005 /

      1. Nichts als Opfer - Asphaltrosen

 

 

ROCK ´N´ ROLL INS BLUT

Im Kühlschrank brennt noch Licht, klar, merk´ ich das nicht,
meine Bude ist so herrlich penetrant verwohnt.
Zigarettenqualm klebt an der Wand und alles schreit nach mehr,
manchmal ist es nur der Augenblick.
Bin bald wieder zurück!

Soundcheck, Ton ist weg, der Manager der letzte Dreck.
Alkohol, Mikrofon, Mix nicht unter 100 Phon.
Die Welt kann untergehen, sie kann´s durchaus auch überstehen,
doch ich weiß ganz genau eins bleibt:
Ne Menge bunter Töne und es scheint,
sie waren auch so gemeint!

Ein Leben vor der Bühne, ein Leben vor dem großen Knall.Zeichnung: Ralf
Tanzen mit den Noten und kiloweise Dur auf Moll.
Und beißende Gitarren geben hämmerndes Gefühl,
dass ist alles, was ich jetzt noch will.
Der Rhythmus stillt das Wort im dröhnenden Akkord.

Rock´n´Roll ins Blut,
Fieber brennt wie Schnaps auf Glut.

 

 

SCHÖN IST ES … (Willkommen im Verein)

Heute was gefällt,
alles Gute zählt,
lass uns fröhlich ziehen,
die Wunder sind geblieben.

Halt mich, gib mir einen Sahnekuss,
frag mich und erzähl mir jeden Stuss
und das vom Rhein bis an den Bosporus.

Schauen gern zurück,
doch auch hier ist Glück.
Rock das alte Haus,
der Weg bleibt geradeaus.

Lass uns menscheln und doch drüber reden,
vielleicht manchmal vorher überlegen …

Schön ist es auf der Welt zu sein,
die Sonne scheint für groß und klein,
schön ist es auf der Welt zu sein (*).
Willkommen im Verein!

Was bisher geschah,
ist uns nicht egal,
die Welt wär aufgeklärt
wenn jeder mal mit kehrt.

Drückt euch bis zum Sonnenuntergang,
haltet fest und fangt damit jetzt an
und nebenan geht´s irgendwann voran …

Schön ist es auf der Welt zu sein,
die Sonne scheint für groß und klein,
schön ist es auf der Welt zu sein.
Willkommen im Verein!

Was wirklich zählt,
uns zusammenhält,
was wirklich zählt,
ist unsere Welt
und nichts was uns dann noch aufhält.

Schön ist es …

* „Schön ist es auf der Welt zu sein, die Sonne scheint für groß und klein“ (Text: Lilibert 1971)

 

 

SILBER UND GOLD

… und dann ist da Theo, der gegen den Rest der Welt … Theo, der Macher, der Zocker, Profi … Theo der Idiot, der gleich nebenan wohnt …

Ich bin wieder abgebrannt,
brauch‘ den Ring an deiner Hand.

Gib‘ mir dein Silber, gib‘ mir dein Gold.
Ich brauch‘ dein Silber, ich brauch‘ dein Gold.

Ich werfe eine Münze und wir landen im Dreck.
Was siehst du mich so an … ich müsste dann mal weg …
Für lau gibt’s nichts zu beißen, das sagte ich schon,
und hab‘ ich je gelogen?

Gib‘ mir das Silber, gib‘ mir das Gold,
doch nur das Silber und das Gold.

Die Wirtschaft, die ist träge, da muss man investieren
und Berti kennt da einen, der kann gar nicht verlieren.
Schatz, lass doch das Licht an, die Rechnung zahl‘ ich schon,
da ist noch nichts verloren!

Gib‘ mir dein Silber, gib‘ mir dein Gold.
Ich brauch‘ dein Silber, ich brauch‘ dein Gold.

Deine Mutter ist fast neunzig, zwischen Schein und Tod,
holen wir uns den Zaster … komm, schmier mir noch’n Brot …
Hände weg vom Wagen, du weißt, ich bin ein Mann
und darauf kommt’s jetzt an.

Was will der von der Steuer, der hatte keinen Termin.
Kommt lasst mich bloß in Ruhe, ich muss jetzt Geld verdienen.
Und fang mir ja nichts an mit dem, da springt doch eh nichts raus.
Auf das du mir vertraust …

2000 /

      2. Silber und Gold - Asphaltrosen

 

 

SISTER LUCK

So aalglatt setzt mich keiner matt!
Doch kurz vor 4 sind die Taschen leer
in Cincinetti-Stadt.

Diesem Clown war gleich nicht recht zu trauen.
Mit so´nem Blatt könnt´ er glatt
sein eigenes Vegas bauen.

Sister Luck, Sister Luck,
sag, wo nimmt er diese Power her, ich bin´s jetzt satt!

Wie konnt´ er´s wagen mich so zu schlagen,
wer hat ihn so programmiert, dass jeder nur verliert?

Sister Luck, Sister Luck,
ich fahr den Rechner runter, dann ist er platt!

      3. Sister Luck - Asphaltrosen

 

 

SO ´NE FRAU

Sie mag mein Lächeln, sie mag mein Haar, den Ferrari und die ausziehbare Bar.
Kreditkarten, die im Pool untergehen und wenn ich drüber nachdenke, ich kann sie gut verstehen.

Fußball bei Nico im Imbiss-Cafe, sie ging auf´s Klo, ließ ihre Maße bei mir stehen.
So´ne Romanze und die Theke stand in Brand, doch in dieser Nacht war sie mein einziges Land !

So´ne Frau, und ich weiß genau, was ich zum Wahnsinn brauch´,
von dieser Frau, ich weiß es ganz genau !
So´ne Frau, und ich weiß genau, was diese Welt noch braucht,
von dieser Frau, ich weiß es, weiß es ganz genau !

Sie liebt Van Halen und steht auf Kokain, ich weiß nicht wie sie es macht, doch sie kriegt alles hin.
Ein Bett im Kornfeld und gedoped auf Kaffee-Fahrt – zwischen Safer-Sex und Herzinfarkt.Sie spricht sich heilig, weiß selten wo sie war, entkleidet Luxus und macht die Sachen klar.

2000/

      4. So ne Frau - Asphaltrosen
      5. So ne Frau Akustik - Asphaltrosen

 

© Musik/Texte: Ralf Ewen